Vorsorge

Vorsorge bedeutet bei uns die Beratung hinsicht familiärer Belastungssituationen bei selteneren, aber familiär gehäuft vorkommenden Tumorerkrankungen (zB Brustkrebs, Tumoren der Drüsen oder Darmkrebs) und die Abschätzung der Gefahr eines möglichen Rückfalls oder zweiten Tumorleidens bei bereits früher Erkrankten, um daraus eine geeignete Untersuchungs- oder Behandlungsstrategie zu entwickeln.

Wachstumsfaktoren

Die Stärke mancher Chemotherapien (Höhe der Dosierung oder rasche Abfolge der Behandlungszyklen) macht es in speziellen Fällen nötig, die Abwehrfunktion – Zahl der weißen Blutkörperchen (`Leukozyten´) zu stärken. Dann kann mit hämatopoetischen Wachstumsfaktoren (G- und GM-CSF) eine raschere Erholung der Zahl der weißen Blutkörperchen erreicht werden. Dies sind konkret einmal täglich als kleine Spritze (unter die Haut) zu gebende Präparate. Ähnlich kann in speziell gelagerten Fällen auch die Bildung der roten Blutkörperchen angeregt werden (aus dem Leistungssport als EPO – Erythropoietin bekannt) und so eine Transfusion vermieden werden.

Transfusionen (rote Blutkörperchen; Thrombozyten; Immunglobuline)

Sofern nicht eine ausgeprägte allergische Reaktionsbereitschaft vorliegt, kann jede Bluttransfusion oder Thrombozytentransfusion und Immunglobulinsubstitution ambulant erfolgen. Die Verfügbarkeit gefilterter Blutprodukte und ggf. spezieller Untergruppen steigert dabei die Verträglichkeit beträchtlich.

Bestrahlte Blutprodukte stehen für besondere Situationen (z.B. Knochenmarktransplatationspatienten) zur Verfügung.

Für die Übertragung roter Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrate) ist ein bis zwei Arbeitstage zuvor die Entnahme einer Blutporbe (Kreuzprobe) durch uns selbst zwinged erforderlich

Antibiotika und Virustatika

Gerade im Falle der eingeschränkten Abwehr bei Tumor- oder HIV-Patienten, nach Transplantationen etc. ist eine erhöhte Infektionsneigung zu beobachten. Auch eine intensive antibiotische oder antivirale Therapie (z.B. mit Ganciclovir) ist häufig konsequent ambulant möglich.

Immuntherapie und Antikörper

Einige Krebserkrankungen sind mittels Immuntherapie sowohl vorbeugend – adjuvant als auch bei manifestem Tumorleiden zu behandeln. Konkret umfaßt dies die Antikörpertherapie z.B. bei Brust-, Lungen, Magen-, Dickdarmkrebs, und Lymphomen (zB. Herceptin, Avastin und Rituximab) oder die Therapie mittels Interferonen bei Nierenzellkrebsen, Melanomen und Lymphomen. Eine solche Therapie ist grundsätzlich eine ambulante Therapie. Einen immer weiteren Raum nimmt hier auch die zur Chemotherapie zusätzlich gegebene Behandlung mit sog. `small molecules´ wie Glivec, Tarceva, Sutent und deren Fortentwicklungen ein (‚Stichwort Pille gegen den Krebs‘)

Chemotherapie

Unter diesem Oberbegriff fallen alle als Infusion-, Spritzen oder Tablettenbehandlung durchgeführten Therapien von Krebserkrankungen. Mit den heutigen Mitteln der unterstützenden (supportiven) Therapie und den verwendeten Medikamenten sind ca. 80 – 90% aller Therapieformen, selbst Dauerinfusionen über mehrere Tage, ambulant zu geben. Die Praxis verfügt über eine tagesklinische Einrichtung mit der Möglichkeit einer kontinuierlichen Überwachung von bis zu 12 Stunden Dauer.

Spezielle diagnostische Maßnahmen

Viele Verfahren zur Diagnostik und Therapiekontrolle werden in Zusammenarbeit mit anderen Praxen und Fachdisziplinen durchgeführt; einige spezielle Untersuchungstechniken werden aber auch von uns selbst angewendet. Die körperliche Untersuchung, Blutentnahmen und Ultraschall kennt vermutlich fast jeder Patient von seiner hausärztlichen Praxis. Zusätzlich dazu kann es sein, daß eine Punktion, z.B. von Knochenmark, eines Tumors oder Lymphknotens oder der Leber erfolgen soll.

Dazu einige Hinweise:

  1. Knochenmarkpunktion: Zur genaueren Untersuchung der Blutbildung oder des Immunsystems kann eine Knochenmarkuntersuchung (nicht zu Verwechseln mit einer Punktion von Hirnwasser/Liquor) erforderlich sein. Dazu wird am Beckenkamm oberhalb des Gesäßes ca. eine Handbreit neben der Wirbelsäule eine ausreichende lokale Betäubung gespritzt und anschließend mit einer ca. 1 mm durchmessenden Nadel ein kleiner Knochenspan und Knochanmarkblut entnommen. Dieser Vorgang dauert ca. 10 Minuten (gemessen ab der Betäubungsspritze). Das Knochenmark wird anschließend gefärbt und mikroskopisch ausgewertet. Übrigens bildet der Körper das entnommene Material umgehend nach.
  2. Lymphknoten- oder Tumorpunktion: Auch hier ist es das Ziel der Maßnahme, Gewebe zur mikroskopischen Untersuchung zu gewinnen. Nach entsprechender Betäubung wird mit einer dünnen Nadel entweder eine kleiner Zylinder entnommen, oder es werden einzelne Zellen mit einer Spritze angesaugt. Diese Eingriffe sind fast völlig schmerzfrei und in der Regel in wenigen Minuten durchgeführt.
  3. Leberpunktion: Zur genaueren Diagnostik einiger Leberkrankheiten ist – trotz der vielfältigen Labortests, die zur Verfügung stehen – gelegentlich eine Probeentnahme nötig. Die Ultraschalluntersuchung hilft bei der sicherenAuswahl des Punktionsortes,anschließend wird mit einer Nadel ähnlich wie bei (2.) eine Probe entnommen. Nach dieser Untersuchung ist, zur Erkennung von Blutungen, eine vierstündige Nachbeobachtung und Bettruhe erfolderlich. Nur bei dieser der drei genannten Untersuchungen muß man als Patient nüchtern zum Termin erscheinen.
  4. Gerinnungsuntersuchungen: Spezielle Fragestellungen (z. B. Thromboseneigung, familär gehäuft auftretende Gerinnungsdefekte) können durch Analysen der Blutgerinnungsfaktoren, der Blutplättchen und der Blutungszeit untersucht werden. Die komplexen Analyseverfahren machen teilweise eine Koordination der beteiligten Labore erforderlich, so daß diese Untersuchungen in der Regel nur nach Terminvereinbarung durchgeführt werden.

Klinische Studien

Die Behandlung in klinischen Studien bedeutet keinesfalls wie gelegentlich noch angenommen, daß man als Patient ein Versuchskaninchen ist. Vielmehr stellt diese Vorgehensweise bei vielen Krankheiten die einzige Möglichkeit dar, etablierte (`Standard´-) Verfahren zu überprüfen und ggf. zu verbessern.

Hier wird in qualitätsgesicherter Umgebung nach klaren Vorgaben eine Behandlung von hoher Qualität erbracht, die vermeidet, daß eine Unter- oder Überbehandlung erfolgt. 
Denn eine neue Methode ist ja nicht per se auch besser, und oft kommen gewisse Nachteile erst in der sorgfältigen und vergleichenden Analyse zutage. Daher sprechen wir unsere Patienten oft auf die Möglichkeit zur Teilnahme an solchen Protokollen an und informieren über die Möglichkeiten zur Teilnahme an solchen multizentrischen (=in vielen Praxen und Kliniken durchgeführten) Studien.

Stationäre Versorgung und Konsiliartätigkeit

Unsere Praxis kooperiert eng mit einzelnen Kliniken; Patienten des Klinikums Saarbrücken mit hämatologischen und onkologischen Krankheitsbildern werden im Bereich der Hämatologie und Onkologie / Innere Medizin I von uns betreut, die Patienten der anderen Abteilungen im Rahmen von Konsilien und Tumorkonferenzen mitversorgt. Im Rahmen unseres gemeinsamen Darmzentrums führen wir auch im Knappschaftskrankenhaus Püttlingen regelmäßig Konsile durch und halten dort an drei Tagen in der Woche eine ambulante Therapie- und Arztsprechstunde vor.

Kooperationen

Eine enge Kooperation besteht auf einzelnen Gebieten mit:

  • 
der Praxis für Pathologie/Saarbrücken (Drs. Bier & Kollegen) und dem Institut für Pathologie am Klinkum Saarbrücken, (Fr. Dr. Weimann)
  • 
der Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin am Beethovenplatz
  • 
dem Klinikum Saarbrücken
 und dem Knappschaftskrankenhaus Püttlingen
  • dem Labor Dr. Thiele, Kaiserslautern (Immundiagnostik, Molekularbiologie und zytogenetische Analysen)
  • auf wissenschaftlichem Gebiet mit der Universität des Saarlandes (Lymphomstudien) und dem Kompetenznetz Maligne Lymphome
  • 
sowie weiteren Studiengruppen im Bereich der Behandlung solider Tumoren (Brust-, Lungen-, Darm-, Bauchspeicheldrüsenkrebs) und auf dem Felde der supportiven Therapie (Anämie, Infektiologie)

Tumorkonferenzen finden derzeit kontinuierlich im Klinikum Saarbrücken, im Knappschaftskrankenhaus Püttlingen und in der SHG-Klinik Völklingen statt.